Lalendorf/Wattmannshagen

Geschichte

Geschichte



Die Anfänge des Fußballsports in Lalendorf

Die erste nachweisbare Fußballmannschaft nach dem II. Weltkrieg fand sich 1947 / 48 in Wattmannshagen zusammen. Gründer war Erich Schumacher, der Vorsitzende der Ortsgruppe Wattmannshagen bei der Anglervereinigung Land Mecklenburg.

Noch in den 60er Jahren organisierte der Angelverein Wattmannshagen fast das gesamte Kultur- und Sportleben der Gegend („bis zum Auftauchen der ersten Fernseher“ sagt Horst Bengsch, heute im Ältestenrat der KSG „ da war erst mal alles vorbei!“).

Es folgten 1949 / 50 SG Schlieffenberg (Vorsitzender Ewald Möller) und 1951 BSG „Traktor“ Vietgest (Vorsitzender Bruno Kowalski), die sich 1954 zu Saisonbeginn zusammenschlossen. Vorher spielten die drei Mannschaften jede für sich in der neu formierten Kreisklasse.

Außerdem gab es Freundschaftsspiele gegeneinander und 1954 in Schlieffenberg sogar zwei Spiele gegen Westberliner Mannschaften. Ostern ein 3:2-Sieg der Gastgeber gegen den Neuköllner FC „Stern 89“ und Pfingsten vor 1000 (!) Zuschauern noch ein 3:2-Heimsieg gegen Berlin-Wedding. Diese Elf hatte kurz zuvor die Landesligamannschaft von „John Brinckmann“ Güstrow mit 4:1 geschlagen.

Abgesehen von den heute utopischen Zuschauerzahlen gab es damals noch andere Dinge, die man heute nicht mehr so findet. Fahrten mit dem Fahrrad oder Zug zu Auswärtsspielen, Familienausflüge mit dem Leiterwagen zu Heimspielen, Training auf der Koppel von Udo Kütemeier in Niegleve, Arbeitsschuhe und Alltagskleidung statt teurer Trikots und Fußballschuhe, ein völlig überfluteter Platz - Güstrow Zu den Wiesen - auf dem trotzdem gespielt wird, ein Ball, der auf der Torlinie im Schlamm steckenbleibt...

Es war eine Zeit, in der die Menschen nach dem schrecklichen Krieg wieder etwas Schönes erleben wollten. Sie waren mit dem wenigen, was sie hatten, zufrieden, konnten sich an kleinen Sachen freuen und brauchten keine „Mega-Events“ um ihre Stube zu verlassen.

Oben genanntes Fernsehen trägt sicher dazu bei, dass das heute anders ist. Manche andere Dinge jedoch ändern sich wohl nie, wie der Zeitungsartikel des legendären KFA-Vorsitzenden Hans Scheidemann beweist, der von den Fans mehr Achtung vor dem Schiedsrichter fordert, der bei Wind und Wetter für wenig Geld auf dem Platz steht und nicht mit „Alte Flasche“ und „Schiri ans Telefon“ beleidigt werden möchte.

All diese Informationen und viele mehr verdanken wir Frau Ingrid Schaarschmidt, die zunächst als ABM, doch später auch freiwillig Leute befragte, alte Fotos sammelte, Zeitungsarchive durchstöberte und aus all diesen Mosaiksteinchen ein Bild von der Entwicklung des Breitensports im Bereich des jetzigen Amtes Lalendorf zusammensetzen konnte.